2017 Berufliche Bildung ist Schwerpunktthema der Kultusministerkonferenz

Kultusministerin Dr. Eisenmann hat mit der Schwerpunktsetzung der diesjährigen baden-württembergischen KMK-Präsidentschaft „Berufliche Bildung - Übergänge - Abschlüsse - Anschlüsse“ ein klares Statement zur Bedeutung der beruflichen Bildung abgegeben.

Berufliche Bildung - ein Königsweg für junge Menschen in das Berufsleben

Mit der Wahl dieses Themas kommt als zentrales Anliegen zum Ausdruck, dass berufliche Bildung und akademische Bildung zwei gleichwertige Königswege in das Berufsleben sind. Um der Bedeutung der beruflichen Bildung auch zukünftig gerecht zu werden, müssen ihre Stärken und die mit ihr verbundenen Chancen wieder verstärkt im Bewusstsein der Jugendlichen, der Eltern und der breiten Öffentlichkeit verankert werden. Die Übernahme der Schirmherrschaft durch die baden-württembergische Kultusministerin für den jakobb 2017 bietet hierzu eine willkommene Gelegenheit.

Berufliche Schulen bieten ein breites Angebot an Bildungschancen

Die beruflichen Schulen bieten mit ihrem vielfältigen und differenzierten Angebot die Voraussetzung für individuelle Lern- und Qualifizierungswege. Neben unmittelbar am Bedarf des Arbeitsmarktes orientierten Berufsabschlüssen können auch sämtliche an allgemeinbildenden Schulen vergebene Schulabschlüsse erworben werden. Dabei werden die Schulen mit Herausforderungen wie z. B. der Integration zugewanderter junger Menschen oder auch mit der fortschreitenden Digitalisierung konfrontiert.

Digitalisierung: Chance und Herausforderung zugleich

Insbesondere die durch die Digitalisierung ausgelösten Veränderungen sind Herausforderung und Chance zugleich. Die technischen, fachlichen und pädagogischen Potenziale dieses umfassenden Wandels müssen möglichst rasch für die beruflichen Schulen erschlossen werden. Dazu tragen die unterschiedlichen Projekte zur Erprobung von Tablets im Unterricht (tabletbs.de) in Baden-Württemberg ebenso bei, wie die Lernfabriken, die das abstrakte Konzept von Industrie 4.0 für Nachwuchskräfte und Beschäftigte greifbar machen.

 

Der Aufbau einer landesweiten digitalen Bildungsplattform soll die Schulen in Baden-Württemberg zudem dabei unterstützen, die Chancen der Digitalisierung in einem sicheren, cloudbasierten Umfeld nutzen zu können.

 

Der digitale Wandel in der Industrie bietet aber auch die Chance, insbesondere mathematisch und technisch begabte Jugendliche für eine praxisbezogene Berufsausbildung im Dualen System zu begeistern. Neue, anspruchsvolle Tätigkeiten entstehen durch intelligent vernetzte Fertigungs- und Produktionstechniken der Industrie 4.0 und führen gleichzeitig zu steigenden Anforderungen an die Ausbildung. Diese Berufsbilder bieten sich somit für leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler am Übergang von der allgemeinbildenden Schule in die Berufs- und Arbeitswelt an.

 

Erfahrungen aus den Tablet-Projekten beruflicher Schulen werden ebenso wie der Weg, den das Land Baden-Württemberg bei der Entwicklung der digitalen Bildungsplattform beschreitet, in verschiedenen Workshops des jakobb 2017 vorgestellt.

Integrationsleistung der Beruflichen Schulen stärken

Nicht erst die Zuwanderung einer großen Zahl Geflüchteter nach Deutschland seit 2014 hat die zwingende Notwendigkeit der gelingenden Integration in Gesellschaft und Arbeitsmarkt deutlich gezeigt, sondern die Beruflichen Schulen sehen sich seit Jahren vermehrt mit heterogenen Schülergruppen konfrontiert. Dabei geht es nicht nur um die Integration von Leistungsschwachen und Benachteiligten, sondern gerade auch um Angebote für besonders leistungsstarke Zielgruppen. Für die Lehrkräfte der Schulen entsteht die verstärkte Notwendigkeit zu binnendifferenzierten Unterrichtsangeboten, um darauf zu reagieren. Die Workshops „Flüchtlinge in Ausbildung integrieren“ und „Niveaudifferenziertes Lernen digital gestalten - Vorstellung des Projekts TabletBS.AVdual“ ermöglichen hierzu einen Einblick in den Umsetzungsprozess.