Die Arbeitswelt ist dabei, sich zu verändern. Digitalisierung lautet das Zauberwort. Doch was bedeutet das für die Arbeit und was bedeutet das für die Ausbildung von hochqualifizierten Fachkräften? In Deutschland beklagen viele eine „digitale Spaltung“, also dass noch viel zu viele Schüler „digital abgehängt“ seien, oft diejenigen aus bescheidenen sozioökonomischen Verhältnissen. So hat das Bundesministerium die „Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft“ ins Leben gerufen, die das Lernen mit digitalen Medien und die Vermittlung von digitalen Kompetenzen fördern soll.

Wenn die Charakterisierung von Wilhelm von Humboldt heute noch zutrifft, dass Schulwissen einen kanonischen Charakter hat – im Gegensatz zu wissenschaftlichem, forschungsorientiertem Wissen, dann gehört die Einübung des Umgangs mit digitalen Produkten nicht zum sinnvollen Schulstoff. Was also könnte digitale Bildung sein, bzw. auf welche Ziele (Wissen und Kompetenzen) ist diese auszurichten?

Die große Herausforderung der Bildung in Zeiten der Digitalisierung besteht darin, den aktuellen Trend zur Daten-Ökonomie in eine Entwicklung zur Wissensgesellschaft zu transformieren. Wissen aber verlangt Urteilskraft. Erst die Bewertung und Einordnung und Interpretation von Daten kann Wissen konstituieren. Bislang leben wir in Folge der Digitalisierung nicht in einer Wissensgesellschaft, sondern allenfalls in einer Datengesellschaft, oder besser: einer Daten-Ökonomie. Die informationelle Selbstbestimmung gerät dabei in Gefahr. Der Digitale Humanismus fordert, die neuen Technologien zum Wohl der Menschen einzusetzen, sich nicht in transhumanistischen Utopien zu verlieren, keine Roboter als Menschenersatz einzusetzen, sondern die menschlichen Handlungsmöglichkeiten zu erweitern.

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